• 39 Urbanität
  • 37 Theorie der Achsenzeit?
  • 37 Philosophieren mit Kindern
  • 36 Interkulturelle Kompetenz
  • 35 Berührungen: Zum Verhältnis von Philsoophie und Kunst
  • 34 Versöhnung und/oder Gerechtigkeit
  • 33 Zur (Ir-)Relevanz von Philosophie in interkultureller Orientierung
  • 32 Andalusien
  • 31 Heidegger interkulturell?
  • 30 Migration
  • 29 Natur
  • 28 Der arabische Frühling
  • 27 Auf der Suche nach Methoden interkulturellen Philosophierens
  • 26 Selbstkultivierung. Politik und Kritik 
im zeitgenössischen Konfuzianismus
  • 25 Das Projekt interkulturelles Philosophieren
  • 24 Übersetzen
  • 23 Geld
  • 22 Sinneskulturen
  • 21 Toleranz
  • 20 Universalismus
  • 19 Subjektivität
  • 18 Weltzivilgesellschaft
  • 17 Der arabische Frühling
  • 16 Gerechter Krieg?
  • 15 Formen des Philosophierens
  • 14 Menschenrechte
zwischen Wirtschaft, Recht und Ethik
  • 13 Biotechnologie
  • 12 Das zweite Europa
  • 10-11 Philosophie im 20. jahrhundert
  • 9 Ästhetik
  • 8 Hybridität
  • 7 Neue Ontologien
  • 6 Gerechtigkeit
  • 5 Erkenntnisquellen
  • 4 Frau und Kultur
  • 3 Andere Geschichten der Philosophie
  • 2 Kwasi Wiredus Konsensethik
  • 1 Vier Ansätze interkulturellen Philosophierens

polylog 33

Sommer 2015

Zur (Ir-)Relevanz von Philosophie in interkultureller Orientierung

Bianca Boteva-Richter/Anke Graneß/Franz Gmainer-Pranzl

Zur (Ir-)Relevanz von Philosophie in interkultureller Orientierung

Einleitung

Jacinta Mwende Maweu

Zur Relevanz der Philosophie für die menschliche Entwicklung

Die an der Universität Nairobi lehrende Philosophin Jacinta Mwende Maweu geht sehr grundsätzlich auf die Aufgabe der Philosophie ein. Anhand der Ethik als Teildisziplin der Philosophie und dem kritischen Denken als grundlegender Methode geht sie in ihrem Beitrag auf die Bedeutung der Philosophie, gerade auch in einem Land wie Kenia, ein. Philosophie, die auf ein Wissen ziele, das die Entwicklung des Menschen und der gesellschaftlichen Ordnung fördert, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Veränderung der Gesellschaft und der Verbesserung des Zusammenlebens der Menschen. Allerdings werde diese wichtige gesellschaftliche Funktion der Philosophie in Kenia kaum wahrgenommen. Im Gegenteil, aufgrund der zunehmenden Marktorientierung der Universitäten sehen sich gerade die philosophischen Fakultäten immer mehr an den Rand gedrängt.

Terblanche Delport und Ndumiso Dladla

Südafrikas Kolonialphilosophie

Rassismus und die Marginalisierung der Afrikanischen Philosophie

Mit einer politisch-akademischen Realität, die gesellschaftlich schwer greifbar, aber durchaus wirksam ist, setzen sich Terblanche Delport und Ndumiso Dladla von der University of South Africa (UNISA) auseinander. Sie reflektieren auf eine auch nach der Abschaffung der Apartheid wirksame rassistische und koloniale Mentalität, die sich in ausgrenzenden und identitätsfixierenden Diskursen manifestiert. Philosophie darf aber nicht zum akademischen Schmuck politischer Machtkonstellationen verkommen, wie die Autoren hervorheben: »Wahrheit zu lieben, heißt Gerechtigkeit lieben. Philosophie strebt danach, Wahrheit herauszufinden, nicht um des politischen Vorteils oder der ökonomischen Bedeutung willen, nicht für persönlichen Ruhm oder das akademische Rampenlicht, sondern weil sie das Bedürfnis hat, etablierte Weisheit in Frage zu stellen, weil sie eine nie endende Beziehung zur Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit ist.« Im Falle Südafrikas hat die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit – gerade auch bei der Aufarbeitung der Verwicklung von PhilosophenInnen und philosophischen Instituten in das System der Apartheid – gerade erst begonnen.

Takashi Shimazaki

Prinzipielle und methodologische Betrachtung über interkulturelle Philosophie

Der japanische Philosoph Takashi Shima­zaki übersetzt den Begriff »interkulturelle Philosophie« mit der Umschreibung »Philosophie über die Kulturen in Gegenseitigkeit«. Diese Gegenseitigkeit erläutert er auf dem Hintergrund der Hegelschen Dialektik, die die Identität des Eigenen nur durch das eigenartige »Andere« entstehen lässt. So existiert auch der »Geist Japans« nicht aus sich selbst, sondern nur in einer Wechselbeziehung mit anderen Geistesströmungen und Kulturen. Angesichts regionaler und globaler Hegemonien unterscheidet Tetsunori Koizumi, ein Mitglied der Japanischen Gesellschaft für interkulturelle Studien, zwischen der »Verbreitung« und dem »Aufzwingen« kultureller Identitäten und sieht die Aufgabe interkulturellen Philosophierens darin, genau diesen Unterschied intellektuell und politisch wahrzunehmen.

Sang Bong Kim

Von der Selbstverlorenheit im Anderen zur Schwangerschaft des Geistes

Die koreanische Philosophie aus der Perspektive der interkulturellen Philosophie

Sang Bong Kim aus Korea grenzt interkulturelle Philosophie von komparativer Philosophie und Wissenssoziologie ab und versteht sie als Brückenschlag zwischen einander fremden Philosophien bzw. Weltanschauungen. Überhaupt erweist sich die Geschichte der Philosophie in Korea als vielfältige Geschichte der »Begegnung mit den Anderen«. Entscheidend ist es, die Furcht vor »Selbstverlorenheit« in der Begegnung mit Anderen und Fremden zu überwinden und mit einem neuen Geist »schwanger« zu gehen, so die eindrückliche Metapher von Kim.

Interview mit Dismas Masolo, Oriare Nyarwath und Leonhard Praeg

Relevanz und Verantwortung der Philosophie in Afrika

FORUM

Bekele Gutema

Wohin geht die afrikanische Universität?

Fabian Lehmann

Christoph Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso

Missverständnisse als Potential für interkulturelle Aushandlungsprozesse

REZENSIONEN und BUCHTIPPS