• 39 Urbanität
  • 37 Theorie der Achsenzeit?
  • 37 Philosophieren mit Kindern
  • 36 Interkulturelle Kompetenz
  • 35 Berührungen: Zum Verhältnis von Philsoophie und Kunst
  • 34 Versöhnung und/oder Gerechtigkeit
  • 33 Zur (Ir-)Relevanz von Philosophie in interkultureller Orientierung
  • 32 Andalusien
  • 31 Heidegger interkulturell?
  • 30 Migration
  • 29 Natur
  • 28 Der arabische Frühling
  • 27 Auf der Suche nach Methoden interkulturellen Philosophierens
  • 26 Selbstkultivierung. Politik und Kritik 
im zeitgenössischen Konfuzianismus
  • 25 Das Projekt interkulturelles Philosophieren
  • 24 Übersetzen
  • 23 Geld
  • 22 Sinneskulturen
  • 21 Toleranz
  • 20 Universalismus
  • 19 Subjektivität
  • 18 Weltzivilgesellschaft
  • 17 Der arabische Frühling
  • 16 Gerechter Krieg?
  • 15 Formen des Philosophierens
  • 14 Menschenrechte
zwischen Wirtschaft, Recht und Ethik
  • 13 Biotechnologie
  • 12 Das zweite Europa
  • 10-11 Philosophie im 20. jahrhundert
  • 9 Ästhetik
  • 8 Hybridität
  • 7 Neue Ontologien
  • 6 Gerechtigkeit
  • 5 Erkenntnisquellen
  • 4 Frau und Kultur
  • 3 Andere Geschichten der Philosophie
  • 2 Kwasi Wiredus Konsensethik
  • 1 Vier Ansätze interkulturellen Philosophierens

polylog 32

Winter 2014

Andalusien

Sarhan Dhouib & Hans Schelkshorn

Einleitung

Mohamed Turki

Convivencia und Toleranz in Al-Andalus

In seinem Beitrag geht Mohamed Turki auf den Begriff der Convivencia ein. Er zeigt unter welchen Bedingungen ein tolerantes Zusammenleben der Kulturen und religiösen Gemeinschaften in Al-Andalus möglich geworden ist und rekonstruiert den historischen Weg der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des philosophischen Diskurses in Andalusien. Dabei konzentriert er sich auf die Darstellung ausgewählter muslimischen und jüdischen Philosophen wie Ibn Gabriol, Ibn Ibn Badjja, Ibn Tufail, Ibn Rushd und Maimonides, die er am Beispiel der Überlegungen von Ramon Lull zum Begriff der Concordantia nach der Nachwirkung der Convivencia auf das christliche Denken befragt. Der Beitrag hebt die Interaktionen zwischen den monotheistischen Kulturen im Modus von Übersetzungen als interkulturellen Austausch hervor und plädiert für eine Philosophie des Zusammenlebens als Alternativ zu den heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen, die unsere Welt erschüttern.

Rosa María Menocal

Hasdai ibn Shaprut: Ein Großwesir in Córdoba

Der Beitrag von María Rosa Menocal über Hasdai ibn Shaprut verschafft einen Überblick über das Leben des jüdischen Wesir und Gelehrten unter der Herrschaft des umayyadischen Kalifen Abd Ar-Rahman III, der von 912 bis 961 in Córdoba herrschte. Menocal beschreibt den historischen und kulturellen Kontext, in dem die kulturelle Entfaltung der jüdischen Gemeinden möglich geworden ist. Sie zeigt außerdem, wie sich die andalusischen Juden in die islamisch-arabische Kultur der Umayyaden assimilierten und zugleich eine gläubige praktizierende religiöse Gemeinschaft mit ihrer eigenen religiösen Sprache blieben. In diesem Kontext steht die Entwicklung von Hasdai ibn Shaprut als Wesir, Arzt, Theologe und Philosoph.

Antolín Sánchez Cuervo

Américo Castro und das interkulturelle Gedächtnis von Al-Andalus

In diesem Beitrag wendet sich Antolín Sánchez Cuervo dem Werk von Américo Castro, einem der bedeutendsten Kulturhistoriker Spaniens im 20. Jahrhundert, zu. Américo Castro arbeitete nach dem 1. Weltkrieg zunächst im Kreis von Ortega y Gasset über den Renaissancehumanismus in Spanien, insbesondere den Einfluss von Erasmus, um Spanien einen Weg in die Moderne zu ebnen. Im Spanischen Bürgerkrieg musste Américo Castro Spanien verlassen und lehrte Jahrzehnte lang an verschiedenen Universitäten in den USA. Im Exil entdeckte Castro die Welt von Al-Andalus, die keine Parenthese, sondern das eigentliche geschichtliche Fundament Spaniens ist, das folglich auch in der Moderne nicht verdrängt werden dürfe. Die spannungsreiche und zugleich fruchtbare Konvivenz zwischen Juden, Moslems und Christen unterscheidet nach Castro Spanien vom liberalen modernistischen Europa. Die Besinnung auf das interreligiöse Erbe Al-Andalus’, das Américo Castro gegen eine christlich-nationalistische Geschichtsschreibung forcierte, ist nach Sánchez Cuervo heute nicht nur für Spanien, sondern für Europa insgesamt, in dem sich Antisemitismus, Islamophobie und religiöse Integralismen wieder ausbreiten, von eminenter Bedeutung.

Mohamed Mesbahi

Aspekte des philosophischen Andalusien in der zeitgenössischen arabischen Kultur

Mohamed Mesbahi untersucht in seinem Beitrag wichtige Aspekte der zeitgenössischen arabisch-islamischen Rezeption der andalusischen Gelehrten und Philosophen Ibn Badjja, Ibn Tufail, Ibn Rushd, Ibn Arabi und Ibn Khaldun. Seine Überlegungen werden von der Frage nach der Bedeutung sowie nach der Grenze einer möglichen philosophischen Aktualisierung des »andalusischen Modells« und seiner Vertreter geleitet. Die Aktualität der erwähnten andalusischen und maghrebinischen Autoren wird im arabisch-islamischen Kulturraum kontrovers diskutiert. Mesbahi stellt einige Facetten dieser Diskussion vor und geht der Frage nach, inwiefern Vertreter des andalusischen Modells für die heutige Debatte um die Moderne, die Versöhnung bzw. Trennung von Religion und Philosophie, den Säkularisierungsprozess oder die Rechtfertigung der Philosophie relevant sind.

Europa und das philosophische Erbe von Andalusien

Andreas Speer im Gespräch mit Mohamed Turki

FORUM

Helmut Danner

Die verstehende Sicht. Patrick Chabals Kritik an der westlichen Rationalität

REZENSIONEN UND BUCHTIPPS